Behinderung bei der Bewerbung offenlegen?

Behinderte Menschen stellen sich oft die Frage, ob sie im Bewerbungsverfahren über ihre Behinderung informieren müssen oder möglicherweise durch Verschweigen bzw. Leugnen der Einschränkung ihre Jobaussichten erhöhen dürfen.

© Anton Porsche/pixelio.de

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Ungefragt müssen Bewerber grundsätzlich nicht auf ihre Behinderung hinweisen. Eine Ausnahme besteht, wenn der Bewerber aufgrund der Behinderung die Arbeitsleistung nicht erbringen kann. Dann muss der Bewerber erklären, wie sich die Behinderung auf die Arbeit auswirkt.

Wenn der Bewerber nach der Behinderung gefragt wird, darf dieser lügen, es sei denn, dass eine bestimmte körperliche Funktion, eine geistige Fähigkeit oder die seelische Gesundheit des Bewerbers eine entscheidende Voraussetzung dafür ist, die geforderte Tätigkeit auszuüben. Die Frage nach der Behinderung dürfte ansonsten eine Diskriminierung wegen einer Behinderung i. S. d. Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes darstellen und daher unzulässig sein. Dies ist allerdings bisher nicht höchstrichterlich entschieden.

Für Bewerber mit einer Behinderung ist es daher ggf. sinnvoll mit einem vertrauenswürdigen Rechtsanwalt zu besprechen, wie mit der Behinderung im Bewerbungsverfahren umzugehen ist. Die Antwort auf diese Frage dürfte je nach Art der Behinderung und der jeweiligen Stellenausschreibung unterschiedlich ausfallen.

Der besseren Lesbarkeit halber habe ich im Folgenden Personengruppen stets in der Form des männlichen Geschlechts benannt. Die Gruppen beziehen sich jedoch immer auch auf das weibliche Geschlecht.

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